Einblicke in den WaldWissenswertes
über den Wald.
Der Wald ist Lebensraum, wächst und verändert sich. Hier möchte ich Ihnen nach und nach Informationen und Wissenswertes rund um den Wald näherbringen.
01 · BrennholzBrennholz aus nachhaltiger Waldpflege.
Mein Brennholz stammt aus der Durchforstung und dem Umbau meines eigenen Waldes. Ich nutze dabei anfallende Resthölzer und Holz von Bäumen, die weichen müssen, damit andere Bäume und die nächste Waldgeneration mehr Licht und Platz erhalten. Kahlschläge vermeide ich.
Mein Ziel ist ein Wald, der sich stetig erneuert. Die verbleibenden und nachwachsenden Bäume bilden neues Holz und binden dabei Kohlenstoff aus der Atmosphäre. Wie schnell entnommenes Holz durch den Zuwachs ausgeglichen wird, hängt unter anderem von Baumarten, Standort und Witterung ab. Beim Auslichten der Bestände kommt mehr Licht in den Wald. Das fördert das Wachstum der verbleibenden Bäume und der Naturverjüngung. Wo ein Baum entnommen wird, entsteht Raum für viele junge Bäume verschiedener Arten – so entwickelt sich nach und nach ein artenreicher Mischwald.
Ich biete mein Brennholz ausschließlich regional an. Mit der Selbstabholung nach Vereinbarung bleibt die Herkunft für Sie nachvollziehbar und lange Transportwege werden vermieden.
Natürlich getrocknet.
Zur Trocknung schlichte ich das Holz auf und nutze Sonne und Wind. Bei meinem als trocken angebotenen Brennholz achte ich auf eine Holzfeuchte von etwa 20 %. Frisches Brennholz muss vor dem Verheizen noch ausreichend trocknen.
Brennholzangebote ansehen02 · ArtenvielfaltDer Faulbaum – ein wertvoller Begleiter im Wald.
Der heimische Faulbaum (Frangula alnus) ist ein unscheinbares Gehölz mit großem Wert für die Biodiversität, also die biologische Vielfalt. Seine kleinen Blüten bieten Bienen und anderen Insekten Nahrung. Seine Blätter sind eine wichtige Futterquelle für die Raupen des Zitronenfalters. Auch Vögel profitieren von seinen Früchten. So unterstützt der Faulbaum verschiedene Tiere und ihre Beziehungen im Ökosystem Wald.
Natürlicher Schutz in meinem Lohwald.
In meinem Wald lasse ich den Faulbaum bewusst als Begleitgehölz stehen. Nach meinen Erfahrungen dient sein dichter Bewuchs als natürlicher Verbissschutz: Junge Bäume wachsen zwischen den Sträuchern geschützter und sind für das Wild weniger leicht zugänglich. Zugleich bremst der Bewuchs den Wind und bietet der Naturverjüngung einen geschützteren Platz zum Wachsen.
Der Faulbaum ist für mich deshalb ein wertvoller Teil des Waldumbaus: Er fördert die Artenvielfalt und begleitet die Entwicklung der nächsten Waldgeneration.
03 · Artenvielfalt & WaldbodenDie Zitterpappel – wertvoll für Tiere und Boden.
Die Zitterpappel (Populus tremula), auch Aspe oder Espe genannt, ist eine heimische Pionierbaumart. Sie besiedelt lichtreiche Stellen und trägt dazu bei, dass sich dort wieder Wald entwickelt. Ihren Namen verdankt sie den Blättern, die schon bei leichtem Wind zittern.
Ein Baum für die Artenvielfalt.
Für viele Insekten ist die Zitterpappel Lebensraum und Nahrungsquelle. Die Raupen von Schmetterlingen wie dem Großen Eisvogel und dem Kleinen Schillerfalter ernähren sich von ihren Blättern. Auch spezialisierte Käfer nutzen die Aspe. Ältere Bäume mit Höhlen sowie stehendes und liegendes Totholz schaffen zusätzliche Lebensräume. Der Insektenreichtum kommt wiederum Vögeln zugute.
Ihr Laub unterstützt den Waldboden.
Das abgefallene Laub der Zitterpappel wird vergleichsweise rasch abgebaut. Pilze, Mikroorganismen und andere Bodenlebewesen zersetzen die Blätter und führen darin enthaltene Nährstoffe in den Kreislauf zurück. Dabei trägt die Laubstreu zur Humusbildung und zu einem lebendigen Boden bei.
Besonders in nadelbaumgeprägten Beständen kann ihre gut zersetzbare Laubstreu die Bodenentwicklung günstig beeinflussen. Sie ergänzt die Nadelstreu und unterstützt den Stoffumsatz. Wie stark dieser Effekt ausfällt, hängt vom Standort und von der Zusammensetzung des Bestands ab.
In der forstwirtschaftlichen Praxis wird die Zitterpappel wirtschaftlich häufig geringer bewertet als klassische Nutzholzarten wie Fichte oder Buche. Ihr Wert lässt sich jedoch nicht allein am Holzerlös messen: Durch ihre Bedeutung für Tiere, Bodenleben und Waldentwicklung ist sie trotzdem ein wichtiger Bestandteil eines vielfältigen Waldes. Sie leistet einen Beitrag zum artenreichen Mischwald – über der Erde ebenso wie im Waldboden.
04 · Wald verstehenHochwald, Mittelwald und Niederwald.
Diese Begriffe bezeichnen unterschiedliche Formen der Waldbewirtschaftung. Entscheidend ist vor allem, wie die nächste Baumgeneration entsteht und wie der Bestand genutzt wird – nicht allein, wie hoch die Bäume sind.
Hochwald: Bäume aus Samen.
Im Hochwald wachsen die Bäume überwiegend aus Samen heran. Das kann durch natürliche Verjüngung, Saat oder die Pflanzung junger Bäume geschehen. Solche Bäume werden als Kernwüchse bezeichnet. Sie bleiben meist über längere Zeit im Bestand und können zu starken Stämmen heranwachsen. Ein Hochwald kann ein Mischwald oder ein Reinbestand sein; auch unterschiedlich alte Bäume können darin nebeneinander stehen.
Niederwald: Nachwuchs aus Stock und Wurzeln.
Im Niederwald wird die Fähigkeit bestimmter Laubbäume genutzt, nach dem Fällen erneut auszutreiben. Neue Triebe entstehen am verbliebenen Baumstumpf als Stockausschläge oder aus den Wurzeln als Wurzelbrut. Geeignete Arten sind zum Beispiel Hainbuche, Linde und Hasel. Die Bestände werden traditionell in vergleichsweise kurzen Abständen genutzt, häufig zur Brennholzgewinnung. Die bestehenden Wurzeln versorgen dabei den neuen Austrieb.
Mittelwald: Zwei Nutzungen in einem Bestand.
Der Mittelwald verbindet beide Formen. Die untere Schicht wird ähnlich wie ein Niederwald regelmäßig genutzt und erneuert sich vor allem durch Stockausschlag. Darüber bleiben ausgewählte Bäume – häufig Eichen – über mehrere Nutzungszyklen stehen. Dieses Oberholz wächst zu stärkeren Stämmen heran. So ließen sich traditionell Brennholz aus der unteren Schicht und Bau- oder Nutzholz aus der oberen Schicht gewinnen.
Unterschiedliche Strukturen, unterschiedliche Lebensräume.
Nieder- und Mittelwaldnutzung schafft im Wechsel lichte und dichtere Bereiche. Davon können licht- und wärmeliebende Pflanzen sowie Insekten profitieren. Im Hochwald können alte Bäume, Höhlen, Totholz und vielfältige Bestandsschichten wertvolle Lebensräume bieten. Für den ökologischen Wert sind neben der Bewirtschaftungsform insbesondere Baumartenvielfalt, Struktur und der Erhalt solcher Lebensräume entscheidend.
05 · Wald & WildRehwild und Waldverjüngung im Einklang.
Das Rehwild gehört zum Lebensraum Wald. Als Pflanzenfresser beeinflusst es die Vegetation und ist Teil des natürlichen Nahrungsnetzes. Rehe wählen ihre Nahrung gezielt aus: Kräuter, Blätter, Knospen und junge Triebe gehören zu ihrer Äsung. Ein vielfältiger Wald bietet ihnen Nahrung, Deckung und Rückzugsmöglichkeiten.
Wann entstehen Wildschäden?
Wenn Rehe Knospen und Triebe junger Bäume fressen, spricht man von Verbiss. Besonders der Terminaltrieb – der oberste Trieb, der das Höhenwachstum führt – ist für die Entwicklung wichtig. Wiederholter Verbiss kann das Wachstum bremsen und die Baumartenmischung verändern. Beim Fegen reiben Rehböcke ihr Geweih an jungen Stämmen. Dabei können Rinde und Äste beschädigt werden; stark betroffene Bäume können absterben.
Vielfältige Äsung statt einseitiger Nahrung.
Auf meiner Waldfläche mähe ich Waldwege und Lichtungen abschnittsweise und im Wechsel. So stehen nebeneinander frischer Aufwuchs und ungemähte Bereiche zur Verfügung. Viele verschiedene Kräuter lasse ich bewusst stehen. Diese Ausgleichsäsungen erweitern das natürliche Nahrungsangebot und sollen den Druck auf die jungen Bäume verringern.
Eine natürliche Schutzhülle für junge Bäume.
Ich lasse meine jungen Bäume bewusst zwischen Brombeeren, Himbeeren und verschiedenen Begleitkräutern heranwachsen. Gemeinsam bilden sie einen dichten, stellenweise kaum durchdringlichen Bewuchs, der die Jungbäume wie eine natürliche Schutzhülle umgibt. Besonders die Beerenranken erschweren dem Rehwild den Zugang zu Stämmen und Trieben. Zugleich bietet die begleitende Vegetation zusätzliche Nahrung. Nach meinen Erfahrungen wirkt dieser Bewuchs als natürlicher Verbissschutz und hilft auch, Fegeschäden zu vermindern. So nutze ich die vorhandene Vegetation, um die jungen Bäume während ihres Aufwachsens zu begleiten und zu schützen.
Mein Ziel ist, dem Rehwild einen vielfältigen Lebensraum zu erhalten und gleichzeitig eine artenreiche nächste Waldgeneration aufwachsen zu lassen.
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